Schon in der Einstiegsrunde wird deutlich, wie unterschiedlich wir den Begriff füllen: Mit Wörtern wie „Vertrauen“, „Geben und Nehmen“, „Respekt“, „Dialog“ – aber auch mit „faulen Kompromissen“. Zwischen Brückenbau und Skepsis zeigt sich: Kompromisse stehen immer im Spannungsfeld von Fortschritt, Macht und Verantwortung.
Besonders beschäftigt alle der Gedanke von Nils Goldschmidt, dass nicht die eine Wahrheit, sondern tragfähige „zweitbeste Lösungen“ unsere Demokratie stabil machen. Kompromisse sind demnach kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Reife und sozialer Lernfähigkeit. Sie halten den Dialog offen, verhindern Blockaden und schaffen Raum für Entwicklung.
Dies wird um so wichtiger, weil in breiten Teilen der Bevölkerung die Demokratie-Müdigkeit trotz Wohlstand und vieler Errungenschaften zunimmt.